Was sind Rhoden?
Ursprünglich war das Appenzellerland seit der Besiedlung in gemeindeähnliche Gebiete, die sog. Rhoden
eingeteilt. Diese umfassten somit die Bewohner eines bestimmten Gebiets.
Als aber später Rhodsleute ihren Wohnort wechselten, gehörten
sie trotzdem weiterhin der angestammten Rhode an. Diese Regelung blieb während Jahrhunderten in Kraft und führte erst im neuen Bundesstaat
der Schweiz nach 1848 zu Schwierigkeiten, denn nach eidgenössischen Recht kamen die vollen Rechte in Gemeindeangelegenheiten auch
niedergelassenen Bürgern aus anderen Kantonen zu.
Mit der Annahme der Kantonsverfassung von 1872 wurde diesem Recht Rechnung getragen.
Die Rhoden büssten ihre bisherige Bedeutung als Wahlkreise und militärische Einheiten ein. Heute bestehen sie nur noch als geschichtsbewusste
Gruppe der Körperschaften, die ihre Versammlungen jeweils im Anschluss an die Landsgemeinde durchführen. An ihre Stelle traten mit
der neuen Kantonsverfassung die sechs Bezirke Appenzell, Gonten, Rüte, Schwende, Schlatt-Haslen und Oberegg.